Der Designer Johannes Ippen erklärt in Web Fatale (2016) mögliche Wege, wie man Nutzer und potentielle Kunden mit eigenen Internetpräsenzen überzeugt.

Make it simple – „Web Fatale“ erklärt, wie man Internetuser für die eigene Sache gewinnt

Ansgar Skoda Kommunikation & Social Web Leave a Comment

Ob nun am Messestand oder im Web – bevor man potentielle Kunden mit ihren Bedürfnissen abholen kann, sollte man wissen, auf wen man sich einlässt. Auch über die Ziele eines jeden Projekts sollte man sich im Klaren sein. Wie baut man Vertrauen für eine mögliche Nutzerbindung auf? Wie spricht man mit potentiellen Interessenten und wie hört man ihnen zu? Welche Erlebnisse und welchen Gewinn kann man möglichen Verbrauchern bieten? Wie begegnet man Erwartungshaltungen angemessen?

Ein Webauftritt ist heute für die meisten Unternehmen das wichtigste Aushängeschild und eine stets aktuell zu haltende Visitenkarte. Der Designer Johannes Ippen erklärt in Web Fatale (2016) mögliche Wege, wie man Nutzer und potentielle Kunden mit eigenen Internetpräsenzen überzeugt. In seinem umfangreichen Werk gibt er eine ganze Bandbreite an Hinweisen, die es zu beachten gilt, wenn man virtuell jemanden für die eigene Sache einnehmen möchte.

Auf Webpräsenzen Erlebnisse erzeugen

Der Berliner Webgestalter Johannes Ippen betont eingangs die Bedeutung von Farben und dass etwa starke Kontraste im Web die Lesbarkeit und Aufmerksamkeit erhöhen. Leichte Farbwechsel schaffen durch kurze Animationen und ein subtiles Hineinzoomen beim Mouse-Over einen visuellen Reiz. Die Farbwahl, Schriftwahl, Bildsprache und Tonalität sollte die gewünschte Zielgruppe erreichen.

Klare und einfache Menüstrukturen oder Interfaces können Komplexität hinter einer einfachen Oberfläche verbergen. Um auch alle potentiellen Nutzer anzusprechen, empfiehlt Ippen ein barrierefreies Design, das im Sinne der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV) und dem Empfehlungskatalog der Web Content Accessibility Guidelines der W3C bereits für öffentliche Einrichtungen wie Behörden, Schulen und Universitäten umgesetzt wird.

Dos & Don’ts – Nutzerführung als Grundlage der Verführung

Ein Eingabefeld oder Button lässt sich leichter treffen, wenn er größer ist oder sich näher am Ursprung des Mauszeigers befindet. Bildschirmelemente, die nicht so oft geklickt werden sollen, können jedoch kleiner designt sein. Vertikale Scrollings verführen zu mehr Benutzung der Website, während horizontale Scrollings eher verwirren.

Bilder oder Videos können durch eine sogenannte Lightbox über den restlichen Inhalt der Webseite gelegt werden, um den Nutzern ein ungestörtes visuelles Erlebnis zu ermöglichen. Hier warnt Johannes Ippen jedoch davor, andere Inhalte zu sehr zu verdecken, was ungeschickt wirken könnte.

Ein Zuviel an Menüpunkten sollte vermieden werden, indem unnötige Schritte für den Nutzerflow weggelassen und zusammengehörige Elemente gruppiert werden. Eine gelungene Nutzerführung gibt Vertrauen und Sicherheit, betont Ippen. Wer sich auf Ihrer Webpräsenz wohl fühlt, der bleibt vielleicht länger und kommt gerne wieder.

Responsive Webdesign für mobile Geräte

Smartphones sind heutzutage die meistgenutzten Internetgeräte, dicht gefolgt von den Tablets. Auch die Usability dieser Geräte sollte berücksichtigt sein, um eine potentielle Zielgruppe zu erreichen. Hier arbeiten Nutzer viel mit Multitouch-Funktionen und tippen Dinge nicht bloß nur an, sie ziehen, schieben, scrollen, pinchen und zoomen.

Diese Gesten erzeugen ein gewisses Gefühl und einen Wiedererkennungswert beim User. Eine sichere https-Verbindung ist für Übermittlung von persönlichen Informationen und Zahlungsdaten heutzutage Pflicht. Insbesondere auf die Kürze von Ladezeiten sollte geachtet werden.

Das beste Marketing ist, wenn man es nicht bemerkt.

Webdesigner Ippen geht in gesonderten Abschnitten unter anderem auf die Gestaltung von Apps, E-Mail-Marketing, Messenger-Marketing, das Erstellen von Personas, Gamification, Listen, Infografiken, Videos und Retargeting ein.

Neben Werkzeugen der Zielgruppenklassifizierung, wie der Sinus-Milieustudie, führt er Theorien von B. F. Skinner und wiederholt Miller’s Law an. Der Autor duzt seine Leser konstant, was manchmal etwas salopp wirkt. Er schafft durch die persönlichere Ansprache jedoch ein Gefühl der Vertrautheit. Als kleines Manko des Buches sei jedoch erwähnt, dass einige Tippfehler den Lesefluss etwas hemmen: u.a. S. 42, S. 83, S. 94, S. 96, S. 133, S. 195.

Web Fatale will Geschenke für die User

Möchten auch Sie Ihre Zielgruppenansprache im Web gewinnbringender gestalten? Vielleicht könnte es sich lohnen, Ihren Internetbesuchern das Gefühl geben, beschenkt zu werden. Schon kleine Schritte können einen Unterschied machen.

Wenn Sie neue Features und Details in Ihrer Website einbringen, ist dies für die User oft häppchenweise verständlicher. Vielleicht können Sie Ihre Nutzer Ihre Neuerungen vor dem Einsatz sogar testen lassen? Unser Team von WUM Design steht Ihnen zusammen mit der WUM Gruppe gerne beratend beim Erstellen eines Webbeitrages auch über Ihren Messeauftritt zur Seite. In der Zwischenzeit hier unser Buchhinweis:

Johannes Ippen | Web Fatale
Wie Du Webseiten gestaltest, denen niemand widerstehen kann
348 S., broschiert
EUR 34,90
Rheinwerk Verlag, 2016
ISBN 978-3-8362-3898-4
Weitere Infos
Web Fatale

Ansgar Skoda

Ansgar Skoda (Jg. 1983, M.A.) ist freier Redakteur und Blogger. Er begeistert sich für Entwicklungen im Social Web, Innovationen in der Wirtschaft und alles im Bereich Kultur. Er arbeitete bereits journalistisch unter anderem für das Europäische Parlament, namhafte Wohlfahrtsverbände und große Verlage.

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